Matts Zimmer

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Matts Zimmer

Beitrag  Hiroto Lonsky am Di Mai 13, 2014 10:44 pm

In Matts Zimmer herrscht zumeist vor allem eins: Chaos. Blätter, Bücher und Ordner liegen auf dem Boden herum, ein Kleiderstapel in der Ecke will gewaschen werden, Bettdecke und Kissen liegen ungeordnet auf dem großen Bett herum. Den Schreibtisch braucht er wohl nur als Ablagefläche für irgendwelchen Krimskrams.

Lässt man den Blick über die Wände schweifen, wird einem schnell bewusst, warum alle Bücher auf dem Boden herumliegen: Die Bücherregale sind voll mit Phiolen, Tinkturen, Gefäßen mit sonderbaren Flüssigkeiten und weiteren Utensilien für den Zaubertrankunterricht. Überraschenderweise sind diese Sachen penibel geordnet und beschriftet. In einem großen Schrank mit gläserner Schiebetüre befinden sich zudem Zutaten für Zaubertränke und Tinkturen.

In einer Ecke befindet sich ein niederes Tischchen mit zwei flauschigen Sitzkissen darum herum. Auch dieses Tischchen ist meist mit allerlei Zeugs überfüllt und scheint nur selten für seine wirkliche Funktion – was auch immer die sein mag – gebraucht zu werden.
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Re: Matts Zimmer

Beitrag  Hiroto Lonsky am Di Mai 13, 2014 10:48 pm

pp: Rungholt: Wege und Pfade (+Matt)

Hiro rückte der Hindenrupp gegenüber nicht mit der wahren Geschichte raus und war heilfroh, dass Matt nicht auch noch auf ihn einredete. Er ließ seine Wunden behandeln und sich etwas gegen die leichte Gehirnerschütterung geben, ehe er das Krankenzimmer niedergeschlagen und deprimiert wieder verlassen durfte.

Zum ersten Mal seit Hiro auf Rungholt war, ging er in den zweiten Stock des Hauptgebäudes, dahin, wo die Lehrer ihre Wohnungen hatten… Schon fast ehrfürchtig betrat er den Raum und blickte sich um. Und wäre beinahe rückwärts wieder rausgestolpert.

Chaos, Unordnung. Seine Mutter hätte auf der Stelle der Schlag getroffen! Niemals wäre es Hiro erlaubt gewesen, sein Zimmer in so ein Chaos zu stürzen! Und Matt wohnte wirklich erst seit einem Tag hier?

Etwas unschlüssig blieb er mitten im Raum stehen blickte zu Boden. Sein langärmeliges Hemd war noch immer mit Blutflecken beträufelt. Eigentlich hätte er gerade auf einer Party sein sollen…mit... Er seufzte leise.
Luca….
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Re: Matts Zimmer

Beitrag  Mattias Lonsky am Di Mai 13, 2014 10:56 pm

Etwas verlegen war Matt schon, als er Hiro in sein chaotisches Zimmer führte. Immerhin war er jetzt ja Lehrer und sollte wohl ein Vorbild sein, oder? Andererseits war Hiro ja auch sein Cousin, da konnte man ja Mal eine Ausnahme machen.

Matt räusperte sich und murmelte: „Moment, das haben wir gleich.“ Er schwang den Zauberstab. Ein paar Bücher hoben sich vom Boden, drehten sich einmal und plumpsten auf der anderen Seite wieder nach unten. Eine einzelne Socke fand immerhin ihren Weg in den Wäschekorb. Verdammt! Wie gelang Agatha das nur immer so leicht? Er war zwar leicht peinlich berührt, doch er konnte ein kurzes Schmunzeln nicht unterdrücken.

„Okay, das bleibt unter uns, ja?“ Er zwinkerte Hiro zu und steckte den Zauberstab wieder weg. Dann ging er zu dem niederen Tischchen und fegte es mit einer Handbewegung frei und deutete er auf eines der Sitzkissen: „Bitte, setz dich. Ich komme gleich wieder.“

Für etwa zwei Minuten verschwand Matt in dem Nebenzimmer, dann kam er mit zwei dampfenden Tassen heißer Schokolade wieder zurück und stellte sie auf dem Tischchen ab, ehe er sich selber in das zweite Sitzkissen fallen ließ. Er schob Hiro die Tasse hinüber und lächelte ihn aufmunternd an.
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Re: Matts Zimmer

Beitrag  Hiroto Lonsky am Di Mai 13, 2014 11:07 pm

Hiro blickte sich um. Wenn er sich so das Regal mit den tausend Zaubertrankzutaten ansah, hatte Matt ja doch irgendwo einen ordentlichen Kern… Er schmunzelte und ließ sich vorsichtig in den ihm zugewiesenen Sitzsack gleiten. Als könne dieser entweder platzen und in Millionen Einzelteile zerbrechen – oder ihn in einem Bissen aufessen!

Während Matt das Zimmer verließ, blickte sich Hiro erneut um. Matt. Das genaue Gegenteil von der Lonsky-Familie, die er heute erleben durfte. Der Gedanke an Ziphin ließ ihn seufzen. Ach, Ziph. Er würde sich sicher wundern, wo er so lange steckte. Immerhin war es sein Geburtstag!

Hiro vergrub sein Gesicht in beide Hände, schloss die Augen und verharrte einen Moment so. Verzweiflung machte sich in ihm breit. Was sollte er nur tun? Luca wollte ihn wohl kaum umbringen, aber würde so sein ganzes Schuljahr aussehen? Würde Luca so mit den Anderen umgehen? Wenn er nur eine Winzigkeit Tethys gegenüber zauberte, konnte er ihr wirklich schaden…

Matt trat herein und Hiro hob den Kopf. Sein langärmeliges Hemd war noch immer blutbefleckt, aber er wusste, dass er selbst keinen Zauber drauf hatte, der das wieder hinaus bekommen konnte. „Danke.“ murmelte er und nahm die Tasse entgegen. Der verführerische Duft stieg ihm in die Nase und doch fand er keinen Trost. Zu schwer hingen ihm die Gedanken im Nacken. Er blickte schweigend auf seine Finger, die die Tasse umklammerten. Wenigstens zitterte er nicht mehr.
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Re: Matts Zimmer

Beitrag  Mattias Lonsky am Di Mai 13, 2014 11:16 pm

Matt angelte sich seine Tasse und hielt sie in beiden Händen, während er hinein blies, um die Hitze etwas abzukühlen. Er wollte Hiro nicht drängen, darum Schwieg er gelassen. Er machte sich durchaus seine Gedanken, und wenn er an das kurze Gespräch mit Luca am Morgen dachte, konnte er sich in etwa vorstellen, was vorgefallen sein könnte. Vielleicht würde er Luca melden müssen. Wenn er sich nicht in den Griff bekam... Aber wenn Luca wieder bei Anselm sein würde, dann wäre die Chance vertan, dass er jemals ein anderes Leben kennenlernen konnte. Aber war es das wert, dafür die Gesundheit anderer zu gefährden? Wieder unterdrücke Matt ein Seufzen. Er würde mit Agatha darüber reden – vielleicht konnte sie einen Rat geben.
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Re: Matts Zimmer

Beitrag  Hiroto Lonsky am Di Mai 13, 2014 11:24 pm

Matt schwieg und Hiro grübelte weiter. Luca, immer wieder Luca. Sein Verhältnis seit Jahren so kompliziert. War es das immer? War das ein Indiz dafür, erwachsen zu werden?

Er seufzte, während er noch immer auf den Boden starrte. Schließlich sprach er. „Wie hast du das gemacht?“ Er blickte zu Boden und seine Finger drehten die Tasse in seinen Händen unstet umher. „Wie hast du…“ Hiro verstummte und schloss die Augen wieder. Matt hatte alles erreicht, was sich Hiro wünschte. Aber wie hatte er es angestellt, ohne sich selbst aufzugeben?

Dann kam ihm ein Gedanke. Niemand begehrt gegen die Familie, wenn derjenige nicht böse Dinge erlebt hatte. Ziphin war das beste Beispiel; er wusste wohl nicht einmal etwas von dem Dunklen Zimmer, geschweige denn, dass er mal drin sitzen musste. Langsam hob Hiro den Kopf und blickte Matt an. Ein wenig Klarheit legte sich über ihn.

„Du warst auch im Dunklen Zimmer, oder?“
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Re: Matts Zimmer

Beitrag  Mattias Lonsky am Di Mai 13, 2014 11:45 pm

Eine Welle des Grauens rollte über Matt hinweg. Nicht aus Erinnerung, nein, Agatha hatte diese Wunden seiner Kindheit gut gepflegt und mit den Narben hatte er zu leben gelernt. Nein, was ihn so erschütterte, war die Erkenntnis, dass Hiro dasselbe durchgemacht haben musste, wie er. Er sah Hiro lange in die Augen, dann nickte er langsam.

„Der Raum an sich war nicht einmal das eigentliche Problem“, sagte er leise und ließ den Blick nachdenklich durch das Zimmer gleiten. „Es waren seine Worte.“ Er schwieg einen Moment. „Jeden Tag kam Anselm, um alles zu verneinen. Pechschwarze Worte.“ Worte, die keine Hoffnung zuließen, Worte, die Dunkelheit versprachen und nichts weiter. Dieses Mal unterdrückte Matt das Seufzen nicht und sah zu Hiro hinüber.

„Wie ich es geschafft habe, hast du gefragt“, sagte er und lächelte ihn sanft an. „Gar nicht. Ich habe es gar nicht geschafft. Es war Agatha – Frau Schweif – die mir den nötigen Mut und die Kraft gegeben hat. Ohne sie hätte ich es nie geschafft. Ohne sie wäre ich nichts.“
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Re: Matts Zimmer

Beitrag  Hiroto Lonsky am Di Mai 13, 2014 11:53 pm

Hiro erstarrte. Matt…. der Einzige, der es aus Anselms Fängen geschafft hatte – er hatte es nicht allein geschafft. Mutlos sackte Hiro im Sitzsack zusammen. Wenn sogar Matt es nicht allein geschafft hatte, wie sollte er es jemals schaffen? Er war allein…

Wieder machte sich Hoffnungslosigkeit in ihm breit. Er würde es niemals schaffen, aus seinem Leben auszubrechen, dem nachzugehen, was er wollte. Er würde es niemals schaffen, Luca davon zu überzeugen, dass nicht die ganze Welt schlecht war! Es war also alles dunkel… stockdunkel.

Ohne es zu merken, verschüttete er ein wenig von der heißen Schokolade, weil seine Hände erschlafften. Er war allein… wie Luca es gesagt hatte…
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Re: Matts Zimmer

Beitrag  Mattias Lonsky am Mi Mai 14, 2014 12:08 am

Matt erkannte, dass er wohl einen Fehler gemacht hatte. Anstatt Hoffnung und Trost zu spenden, hatte er Hiro geradewegs in den Abgrund gestoßen. Er beschloss, seine Stellung als Lehrer kurzerhand beiseite zu schieben, rückte näher zu Hiro und legte ihm einen Arm um seine Schulter.

„Lass dich nicht unterkriegen, Hiroto“, sagte er sanft. „Du hast doch Freunde, wie ich hörte. Du scheinst dich in der Hinsicht nicht so dämlich anzustellen, wie ich damals.“ Er lächelte ihm aufmunternd zu. „Ich war damals voller Fehler und Makel. Und bin es heute noch. Meine Schwächen sind noch die gleichen, aber ... ich glaube, ich habe mich dennoch ein wenig geändert. Und wenn, dann habe ich es nicht alle geschafft, sondern weil ich Menschen habe, auf die ich mich stützen kann. Dein Bruder zählt auch dazu – und den hast du ja auch. Und mich.“

Er fuhr Hiro einmal durchs Haar, dann blickte er den Jungen an. „Du wirst deinen Weg schon finden, Hiroto. Daran glaube ich. Die Chance, das Leben der Lonsky-Familie auf den Kopf zu stellen, war noch nie größer, als jetzt.“
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Re: Matts Zimmer

Beitrag  Hiroto Lonsky am Mi Mai 14, 2014 2:46 pm

Matt rückte näher und legte Hiro einen Arm um die Schulter. Und obwohl er schon längst aus dem Alter draußen war, wünschte er sich eine echt Umarmung, wünschte sich, sich bei Matt einkuscheln zu können, sein Gesicht in sein Hemd zu drücken, wie er es als Kind bei seinem großen Bruder Haru getan hatte. Doch er bewegte sich nicht.

Freunde; Matt sprach von seinen Freunden und sofort sprangen ihm die Erinnerungen an ihre Gesichert in den Kopf. Ziphin, sein bester Freund, Ark aus seinem Jahrgang; die Mädchen aus Ziphins Jahrgang, Kattla… Er schluckte. Um alles in der Welt wollte er sie vor Luca beschützen… aber er konnte sich ja nicht einmal selbst schützen. Er konnte nichts ausrichten… er war allein…

Aber Matt hatte Recht; er hatte Haru und jetzt – Hiros Herz machte einen kleinen Hüpfer, weil er es sich bisher gar nicht richtig bewusst war – er hatte jetzt auch Matt. Direkt vor der Haustür sozusagen. In seiner Nähe. Ein Lächeln huschte über Hiros Gesicht, aber er sagte immer noch nichts. Er genoss nur die Berührung und den Trost von Matts Worten.

>>Die Chance, das Leben der Lonsky-Familie auf den Kopf zu stellen, war noch nie größer, als jetzt.“<<

Hiro verharrte erstaunt und ließ diese Worte in ihm widerhallen. Skeptisch aber neugierig zog er die Stirn kraus.
„Was meinst du damit?“ Er dachte an Luca; meinte Matt etwa Luca? Und warum? Wie? War was mit ihm? Wusste Matt etwas von Anselm? Sorge machte sich in Hiro breit; Sorge um Luca.
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Re: Matts Zimmer

Beitrag  Mattias Lonsky am Mi Mai 14, 2014 4:23 pm

Matt dachte eine Weile nach. Wie viel wusste Hiro? Und wie viel konnte er ihm sagen, ohne sein Versprechen zu brechen?

„Hm ... nun ja, was denkst du, warum ist Luca so, wie er ist?“, fragte er schließlich. „Denk mal darüber nach, wo er aufgewachsen ist. Von wem er erzogen wurde. Und als was: Als Nachfolger Anselms. Als etwas besonderes, jemand, der über den anderen steht. Aber deshalb nicht weniger ... einsam.“

Matt schloss die Augen und atmete tief ein. „Es war nicht leicht für mich, die Familienbande zu kappen. Und wegen Luca tat es mir am meisten Leid. Es gibt einige, die ich vermisste – noch immer vermisse – aber ich wusste auch, dass sie eine Familie haben, einen Bruder, wie du Haru, Freunde und ein Leben ‚außerhalb’. Außer bei ihm. Was glaubst du, wie viele Freunde hat Luca?“
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Re: Matts Zimmer

Beitrag  Hiroto Lonsky am Mi Mai 14, 2014 7:04 pm

Hiro entwich ein kehliger Ton, den er nur unbeholfen unterdrücken konnte. Wieviel Freunde hatte Luca…. jetzt…?

Er schüttelte leicht den Kopf, hoffte aber, dass Matt den Arm nicht wegnehmen würde. „Ich weiß, wie Luca aufgewachsen ist, ich war dabei!“ Das große Haus, die vielen Bedienstete. Anselm. Ihm lief ein Schauer über den Rücken.

Dann fiel ihm etwas anderes sein und er wurde leiser; vorsichtiger. „Weißt du…?“ Hiro holte Luft. „Weißt du, warum Luca nach Rungholt wollte?“
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Re: Matts Zimmer

Beitrag  Mattias Lonsky am Mi Mai 14, 2014 8:09 pm

Als Hiro schauderte, verstärkte Matt ganz leicht den Druck seiner Hand auf seiner Schulter. Natürlich wusste er es, Hiro hatte wohl sehr viel Zeit bei Luca verbracht. Ob diese Zeit für ihn immer so voller Schrecken gewesen war? Hatte Luca ihn die ganze Zeit gequält? Gab es nichts, das die beiden verband? Nachdenklich musterte er Hiro. Er antwortete nicht sofort, sondern wägte seine Worte vorher genau ab.

„Ich bin mir nicht sicher“, antwortete er schließlich. „Ich habe eine Vermutung.“ Allerdings war sich Matt ziemlich sicher, dass er damit Recht hatte. „Nachdem Lucas Mutter gestorben ist, hat er mit niemandem mehr geredet. Er hat niemanden an sich ran gelassen, nicht mal mich. Niemanden“, er blickte Hiro an, „bis er dich getroffen hat.“

Und einen anderen Grund als Hiro konnte er sich nicht vorstellen. Warum sonst hätte Hiro hierher kommen sollen? Anselm hatte ihn sicher nicht von sich aus geschickt. Aber wenn das Verhältnis der beiden so einseitig war, dann ... war die ganze Sache ziemlich traurig.

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Re: Matts Zimmer

Beitrag  Hiroto Lonsky am Mi Mai 14, 2014 8:35 pm

Hiro traute sich kaum, zu atmen. Erinnerungen flogen durch seinen Kopf, als er das erste Mal Luca sah; damals waren sie etwa fünf Jahre alt…. die Spiele… am Bach in Anselms Garten… unwillkürlich wurde ihm warm ums Herz. Es war nicht nur… schwierig.

Etwas unwohl in seiner Haut bewegte sich Hiro und stellte ungelenk die Tasse mit der heißen Schokolade auf dem Tischlein ab. Er hatte nicht einmal daran genippt.

„Er ist… er hat…“ Hiro walkte seine Hände in seinem Schoß. Wie sollte er es in Worte fassen? „Seit Luca hier ist, hab ich das Gefühl, er beschattet alle Leute, die ich kenne. Ich bin mir nicht sicher, was er vorhat, aber ich…“ er seufzte. „Vorhin wollt er allein mit Tethys sein.“ Er blickte Matt hilfesuchend an. „Mit Tethys. Der Squib!“

Er ballte eine Hand zur Faust. „Er kann Squibs nicht ausstehen und würde am Liebsten alle vom Erdboden tilgen! Ich hatte Angst und bin deshalb dort geblieben. Dann….“ Beschämt blickte er zu Boden. Irgendwie tat es ihm sogar leid…
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Re: Matts Zimmer

Beitrag  Mattias Lonsky am Mi Mai 14, 2014 8:41 pm

Matt runzelte nachdenklich die Stirn. Luca beschattete die Freunde von Hiro? Er konnte sich gerade keinen Reim daraus machen. Außer ... Doch er behielt seine Vermutung für sich.

„Dann...?“, fragte er behutsam.
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Re: Matts Zimmer

Beitrag  Hiroto Lonsky am Mi Mai 14, 2014 9:06 pm

Hiro verkrampfte sich. „Ich kann doch nicht zulassen, dass er einer wehrlosen Squib etwas antut!“ Erst als er es ausgesprochen hatte, merkte er, wie falsch es sich anhörte. Luca würde doch niemals einer gleichaltrigen Schülerin etwas antun…

Und doch hatte er ihm das angetan…

Hiro schluckte und blickte wieder zu seinen ineinander gewundenen Händen auf seinem Schoß. Er fühlte sich elend. „Dann hat er mir gedroht, auf diese Art, die einem das Blut in den Adern gefrieren lässt. Und da…“ wieder rang er die Finger ineinander. „Und dann hab ich wirklich Angst bekommen und … und… bin glaub ich ein wenig ausgeflippt.“

Hiro verstummte. Und fühlte sich wirklich, wirklich elend. Es war seine Schuld. Luca hatte ihn vielleicht provoziert, aber er hätte sich besser beherrschen sollen. Es war seine Schuld. Resigniert und schuldbewusst ließ er den Kopf hängen.
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Re: Matts Zimmer

Beitrag  Mattias Lonsky am Mi Mai 14, 2014 9:21 pm

Matt hörte sich Hiros Bericht an. Er verstand nicht alles und wünschte sich, er wäre dabei gewesen, um sich ein Bild von der Situation zu machen. Ob Luca Tethys wirklich etwas angetan hätte? Das hing wohl eher davon ab, wie eng Tethys und Hiro befreundet waren, als davon, ob sie eine Squib war. Aber eigentlich konnte Matt es sich kaum vorstellen. Luca hatte zwar manchmal seine Ausraster, aber eigentlich entsprach offene Gewalt nicht so sehr seinem Naturell. Wobei ... die Wunde an Hiros Kopf hatte schon sehr schmerzhaft ausgesehen. Matt wusste immer noch nicht, ob er Luca nicht besser doch melden sollte...

„Und dann ist er ausgeflippt?“, fragte er leise weiter und fuhr mit den Fingern sacht über Hiros Schläfe, auf der keine Spur der Wunde mehr zu sehen war.
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Re: Matts Zimmer

Beitrag  Hiroto Lonsky am Mi Mai 14, 2014 10:03 pm

Hiro nickte und schloss die Augen. Die sanfte Berührung an seiner Schläfe fühlte sich beruhigend an; vertraut. Es fühlte sich an, wie bei Haru. Seine Augen begannen zu brennen und er lehnte seinen Kopf an Matts Schulter; wie bei Haru.

Was hatte er nur getan? Er war Lucas Freund! Trotz dem Dunklen Zimmer, sie waren mehr als bloß Cousins. Er erinnerte sich an ihre vielen Tage, die sie gemeinsam verbracht hatten, die Situationen in denen er für Luca einstand, ihm half und unterstützte. Mehr als Cousins.

„Ich glaube, ich habe irgendwas kaputt gemacht.“ murmelte er verlegen und versuchte, seine Stimme nicht weinerlich klingen zu lassen. „Ich muss mich bei Sevda entschuldigen…“
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Re: Matts Zimmer

Beitrag  Mattias Lonsky am Fr Mai 16, 2014 7:50 pm

Matt brauchte eine Weile, bis er begriff, dass Hiro wohl irgendwie das Thema gewechselt haben musste. Und doch verstand er nicht recht, was er meinte. Warum Sevda? Er wusste immerhin, dass der Name zu einer anderen Achtklässlerin gehörte, konnte sich sogar vage an ihr Gesicht erinnern, doch was sie nun mit der ganzen Sache zu tun hatte, konnte er sich beim besten Willen nicht ausdenken.

„Was meinst du?“, fragte er irritiert.
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Re: Matts Zimmer

Beitrag  Hiroto Lonsky am Fr Mai 16, 2014 8:08 pm

Hiros Wangen liefen rot an und er biss sich auf die Unterlippe. Verdammt! Wie konnte ihm das mit Sevda herausrutschen? Matt war zwar sein Cousin, aber auch sein Lehrer! Er durfte nichts über die Party sagen!

„Oh,“ er versuchte beiläufig zu klingen, aber er verkrampfte sich. Schnell streckte er die Hand aus und nahm den Becher mit dem Kakao auf. „Ich glaube, ich habe etwas von Sevdas Sachen kaputt gemacht. Weil...“ er pustete den bereits abgekühlten Kakao kalt und überlegte fieberhaft. „Luca und ich waren in ihrem Zimmer weil…“ Seine Wangen mussten glühen vor Scham! Eine Ausrede! Seinen Quiddtichposten für eine Ausrede! „Weil ich mit ihr verabredet war und Luca mir hinterherkam.“

Nein! Vom Regen in die Traufe! Verdammt!
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Re: Matts Zimmer

Beitrag  Mattias Lonsky am So Mai 18, 2014 1:18 pm

Matt schüttelte seufzend den Kopf. Hiro war ein ausgesprochen schlechter Lügner. Doch er hielt es für besser, gar nicht mehr wissen zu wollen. Er hatte als Schüler auch die eine oder andere Regel gebrochen, seiner Meinung nach gehörte das irgendwie auch einfach zum Erwachsenwerden dazu. Aber als Lehrer hatte er nun eine andere Verantwortung anzunehmen.

„So, so, eine Verabredung“, sagte er und seiner Stimme war deutlich zu entnehmen, dass er Hiro kein Wort glaubte. Doch er ging nicht weiter darauf ein, sondern seufzte erneut. „Und was nun?“, fragte er sanft. „Wie soll es weiter gehen?“
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Re: Matts Zimmer

Beitrag  Hiroto Lonsky am So Mai 18, 2014 9:49 pm

Mist! Matt glaubte ihm kein Wort! Hiro zuckte kurz zusammen und starrte auf seinen Kakao. Er war kein besonders guter Lügner; er hatte sich nicht einmal ein viertel so gut unter Kontrolle, wie Haru. Oder Matt…

Aber Matt ging nicht weiter darauf ein und Hiro war ihm dankbar dafür. Er entspannte leicht, nur um gleich darauf wieder zu erstarren. Er blickte Matt erschrocken an, dann sackte er ein wenig in sich ein und blickte wieder auf seinen Kakao in Händen.

„Ich weiß es nicht.“ gestand er und fühlte sich so elend, wie noch nie.

(OOC: „warten“ wir, bis Luca und Agatha reinkommen?)
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Re: Matts Zimmer

Beitrag  Mattias Lonsky am So Mai 18, 2014 10:16 pm

Matt klopfte Hiro aufmunternd auf die Schulter, als er merkte, wie der Junge in sich zusammensackte. Allerdings war ihm selber genau so mulmig zumute.

„Hm...“, machte er und dachte nach. „Ich kann Luca bei Klotterbeck melden. Sie wird ihn vielleicht verwarnen und ihm eine Strafe aufgeben. Ich glaube nicht, dass sie ihn gleich rauswerfen würde, höchstens, wenn es sich wiederholen würde.“ Nachdenklich sah er Hiro an. Ob Hiro das wollte? Für ihn würde das Leben in Rungholt sicher einfacher sein, ohne Luca. „Dann wäre Luca wieder zu Hause. Bei Anselm.“ Und alle Chance, dass sich im Leben der Lonskyfamilie etwas ändern würde, wäre dahin. War sich Hiro dessen bewusst?

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Re: Matts Zimmer

Beitrag  Hiroto Lonsky am So Mai 18, 2014 11:51 pm

Hiro zuckte schon wieder zusammen. Luca melden? Nein, das wollte er auf keinen Fall! Egal, was für Zwistigkeiten sie gemeinsam hatten, er wollte Lucas nicht verpfeifen. Immerhin war er doch… sein… Freund.

Er schüttelte vehement den Kopf und ohne das Mittelchen von Fräulein Hindenrupp wäre ihm jetzt sicher schlecht geworden. „Nein. Bitte nicht.“ Die Antwort kam vielleicht ein wenig zu schnell aus seinem Mund und er starrte Matt kurz an, ehe er den Blick wieder senkte. „Ich möchte nicht, dass Luca verpfiffen wird.“ Er kniff die Augen zu und atmete einmal tief ein.

„Ich möchte nicht, dass Luca wieder geht.“ Ihm war zum Heulen zumute. Wie sollte er es erklären? Wenn er Luca sah, sah er einen Freund und einen Feind zugleich! Und egal, was Hiro tat, er konnte dieses Gefühl nicht abschütteln! Hilflos blickte er zu Matt auf und öffnete den Mund. Doch es kam kein Ton heraus. Verzweifelt schloss er den Mund wieder und blickte zu dem Kakao in seinen Händen. Was konnte er nur tun? Luca….
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Re: Matts Zimmer

Beitrag  Mattias Lonsky am Mo Mai 19, 2014 12:21 am

Hiros Antwort überraschte Matt. Es schien wohl doch nicht so schlimm zu sein, wie er befürchtet hatte. Hiro schien Luca sogar irgendwo zu mögen. Matt fiel ein Stein vom Herzen. Vielleicht bestand doch noch Hoffnung. Er lächelte Hiro an und angelte sich seine Tasse mit heißer Schokolade.

„Gut“, sagte er schlicht und nahm einen Schluck der mittlerweile Lauwarmen Schokolade. „Ich glaube, es wird sich alles zum Guten entwickeln, Hiro.“ Und es klang tatsächlich zuversichtlich.
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