Da komm ich her... In Zitaten aus dem Play

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Da komm ich her... In Zitaten aus dem Play

Beitrag  Anjun Baccaracus am Mi Jan 06, 2010 12:57 am

Re: Rungholt: Wege und Pfade
Anjun Baccaracus am Mi Sep 16, 2009 9:53 am

.„Oh, es gibt hunderte von Geschichten und alle fangen fast gleich an. Es war einmal eine hochberühmte Hexe oder einst lebte der bekannte Zauberer...“, erwiderte er und obwohl er leichthin sprach, war der Stolz in seiner Stimme unüberhörbar. „Wo soll ich da anfangen? Ich könnte Geschichte der Magie geben.“

Er überlegte einen kurzen Augenblick, während sie weiter den dunklen Pfad zum Platz vor dem Hauptgebäude herunter gingen. Das Gelächter vieler Stimmen war von dort zu hören.

„Meine Vorfahren waren keltische Hexen, die zur Zeit der Römer an den Rhein kamen – deswegen vermutlich die roten Haare.“ Anjun machte eine vage Geste zu seinem Kopf hin. „Seither leben wir dort auf einer Burg über dem Rhein am Eingang eines Tales.

Es ist ein schöner Ort. Hügel mit Wald und Weinbergen ziehen sich entlang des Stroms und in Mitten dieser lieblichen Landschaft schmiegt sich unsere Burg in das Grün." Sehnsucht klang in seiner Stimme. "Wenn Du ein Muggel bist, dann siehst Du nur zwei Türme, ein paar Mauern und einen verfallen Palas. Aber das ist natürlich nicht die Wahrheit. Die Wahrheit liegt hinter dem Zauber.

Das andere Flußufer etwas von der Burg weg ist weniger lieblich. Dort,wo die Nixe immer saß, ehe einer meiner Ur-Ahnen sie hinter den Spiegelbann zwang, werden Felsen in einer engen Flußschleife vom Rhein umspühlt.

Die Burg, so wie sie sich Hexen und Zauberern zeigt, hat viele Türme und ist aus Fachwerk und Sandstein erbaut. Zwei Seiten fallen steil zum Rhein ab, aber natürlich sieht auch der Fluß hinter dem Bann anders aus als die Muggel ihn sehen. In der anderen Richtung schließt sich ein großer Garten an, den die Muggel zum Glück auch nicht sehen können, denn hier wachsen viele zauberwirksame Kräuter und Blumen und es gehen Feuervögel spazieren. Ich habe da oft gespielt. Nun ja, viele andere Möglichkeiten gab es ja auch nicht, denn in die Muggel-Welt durfte ich nicht.“

Für einen Augenblick entstand eine Pause. Anjun starrte in die Dunkelheit, als könne er dort das Bild seiner Heimat sehen.

Er atmete hörbar. Dann fuhr er fort: „Alle, die ich kennen, nennen die Burg nur 'das Zauberschloss', denn ich komme von einem wahrhaft magischem Ort. Alte Kräfte fließen dort zusammen und die keltischen Hexen wußten sie zu nutzen, denn sie haben einen gewaltigen Zauber um den Ort gelegt, der dem Zauber um Rungholt ähnelt und sich Spiegelbann nennt.

Diese Formel gilt gemeinhin als verschollen und das ist auch gut so, denn der wichtigste Unterschied zu dem Zauber um Rungholt ist, dass er Dinge auch vor den Augen magischer Wesen verbergen kann. Meine Familie hat es sich nämlich zur Aufgabe gemacht wichtige Dinge vor den Augen der Muggel, ja so gar manches Zauberers zu verbergen. Es gibt immer wieder Geheimnisse, die gehütet werden müssen oder Artefakte, die das Ministerium nicht zerstören lassen will oder kann. Nicht immer waren meine Vorfahren erfolgreich, wie viele Legenden der Muggel zeigen.

Ich habe auf dem Zauberschloss gelebt, bis ich nach Rungholt gekommen bin. Zusammen mit meinen Eltern, der Großmutter und natürlich den Heinzeln....“

Ihm kam zu Bewußtsein wie langer er schon geredet hatte. Das Heimweh hatte ihn hingerissen. Geradezu erschocken brach er ab und suchte in der Dunkelheit Cocos Augen. Hatte er sie gelangweilt?.



Re: Langhaus/Nachtkrabs: Schlafsaal (Jungen)
Anjun Baccaracus am Fr Okt 09, 2009 9:15 pm

.Sanft entschwand Anjun ins Reich der Träume....

Warmer Sommerwind trug die Flügelpferde immer höher hinauf. Viel höher als ein achtjähriger Knabe eigentlich fliegen sollte, aber Anjun hatte so lange geschmeichelt und gedroht, bis Elbrecht Rogel nachgegeben hatte. Wie hätte der gutmütige Mittfünfziger seinem jungen Herren – so trotzig, mutig und eigensinnig - auch wiedersprechen können. Wahrscheinlich würde ihnen der Herr von Baccaracus bei ihrer Rückkehr den Marsch blasen und doch würde etwas in den sturmgrauen Augen seines Vaters Anjun sagen, dass er stolz auf seine Kühnheit war.

Längst war das Zauberschloss unter ihnen wie kleines Spielzeug. Doch wie klein sie jetzt erscheinen mochte, ihr Anblick machte ihn stolz: Hoch erhoben lag die heimaltiche Burg auf einem prominenten Bergkegel über dem Rhein. Ganz klar waren Befestigungsanlagen und Schlossgebäude zu sehen. Dort war das Hippogriffentor mit seiner Zugbrücke, ehe drei Windungen in den Burghof führte. Viele Türme waren zu sehen und zwischen den Basteien Standbilder von berühmten Hexen und Zauberern, die seine Ahnen waren. Über den alten Kasematten erhoben sich die dreistöckigen Bauwerke, die mit vielen Türmchen und Fialen verziert waren. Anjun sah mit Freude auf die vier Haupttürme und den Wartturm im Burghof, der sich als Treppenturm an das Haupthaus mit dem Rittersaal und Bibliothek schmiegt. Die Flagge von Hippogriffen, Drachen und Rosen flattete auf seinem Dach. Kündeten von der Anwesenheit des Burgherren. Rechts davon führt eine Freitreppe zur Stammbaumhalle.

Die Landschaft wellte sich unter ihnen in allen Nuancen des Grüns: Dunkles Grün der Sommerwälder, dazwischen das kräftige Grün von Wiesen und das hellere Grün der Weinberge und ganz in der Ferne verschwammen Himmel und Erden im blassen grünblau. Das breite Band des Rheins wand sich unter ihnen in einem scharfen Mäander.

„Gehen wir etwas runter.“ Elbrecht Rogel, zügelte sein Pegasus etwas und gab ihm mit einer Bewegung seiner Schenkel zu verstehen sich rechts von dem hoch aufragenden Schieferberg zu halten. „Gleich werden wir sie sehen.“

„Ich hoffe Du hast recht.“

Der bärtige Mann mit den brauen Lederkleidern lachte dröhnend. „Ich habe immer recht, wenn es um die Nixe geht, junger Herr.“

„Wie kannst Du es wissen?“, der Junge runzelte die Brauen. „Du bist nur ein Squibb.“

„Wie wenig Magie in mir seien mag, das weiß ich ganz bestimmt. - Da ist ein ganz besonderes Band zwischen uns, müßt Ihr wissen.“

Anjun legte den Kopf schief und betrachtete seinen Freund und Rittmeister besorgt. „Du willst doch nicht sagen, dass Du in sie verliebt bist?“

Die grünen Augen unter den buschigen Brauen funkelten vergnügt. „Wie könnte man nicht in sie verliebt sein, junger Herr Baccaracus?“

„Du weißt doch, was Nixen tun, wenn man nicht auf sie achtgibt.“ In seiner jungen Stimme klang nun wirklich Sorgen um Elbrecht Rogel. „Sie töten unschuldige Muggel nur mit dem Klang ihrer wunderschönen Stimme.“

„Und denken sich nichts dabei. Ich weiß...“, unterbrach er lachend. „Und doch sind sie reine Geschöpfe, denn sie ahnen nicht mal, was sie tun.“

„Und deswegen müssen wir auf sie aufpassen.“, nickte Anjun ernst. „Ich will nicht, dass sie Muggel ertränkt. Auch wenn Vater sagt, dass sie wohl eher in einem zoologischen Laboratorium landen würde, wenn sie frei käme. Oder an Vergiftung sterben würde... Ich frage mich, ob wir die Muggel schützen oder die Nixe?“

„Beides, Anjun, beides. Es geht nur zusammen.“

Er nickte wieder sehr ernst. Er kannte seine Verpflichtung. Dann lachte er seinen Reitmeister an. „Ich wette ich bin schneller unten als Du!“
Ein Druck der Fernsen in die Flanke des edlen Tieres und er lenkte sein Flügelpferd im Fluggallopp zu den hoch aufragenden Schiefern herab.
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Re: Da komm ich her... In Zitaten aus dem Play

Beitrag  Anjun Baccaracus am Sa Jan 23, 2010 10:11 pm

Re: Bogenfleet: Gnomheinrichs Süßwaren (Geschäft und Konditorei)
Anaximander Gobs am Di Jan 19, 2010 10:34 pm

."So klingt es auch", kommentierte Leander überraschend lapidar. Er hatte den Rest des Schokosalamanders vertilgt und lehnte sich nun zurück, wobei er rein äußerlich ein Spiegelbild seines älteren Bruders zu sein schien. "Es klingt nach einer Geschichte für kleine Jungen vor dem Schlafengehen, eine mit viel Moral, die in der Hoffnung erzählt wird, dass von der Lehre etwas auf den Kleinen abfärbt. Wir haben solche Geschichten auch als Kinder zu hören bekommen - wenngleich nicht ganz so dramatische."

Anaximander zog eine Augenbraue hoch. "Das war jetzt respektlos, Leander", wies er seinen jüngeren Bruder zurecht. "Es handelt sich hierbei ganz offensichtlich um Familiengeschichte, egal wie sehr sie äußerlich zu einer Sage geworden ist." Er wandte sich Anjun zu. "Von dem Spiegelbann habe ich bereits gehört, allerdings habe ich auch gehört, dass er eine reine Erfindung sein soll. Kann man ihn sehen? Oder spüren?" Das klang nach starker Magie und das wiederum war etwas, was Anaximander aufgrund der Macht solcher Sprüche interessierte. Die moralische Dimmension war das, was er im Bereich der Märchen ansiedelte..
_______________
Re: Bogenfleet: Gnomheinrichs Süßwaren (Geschäft und Konditorei)
Anjun Baccaracus am Mi Jan 20, 2010 2:43 pm

.„Schade, dass ihr noch nie bei mir zu Besuch wart.“ Anjun sah auf die Gesichter seiner Freunde. Die milde Spätsommersonne beschien die glatten Wasser des Bogenfleetes und warf gedämpft durch die Schirme bunte Schatten auf die leeren Eisteller vor ihnen. Er konnte davon ausgehen, dass sie eine ganze Reihe von Schutz- und Versteckzauber kannten. Nicht zuletzt, weil ihre eigene Villa und Rungholt dadurch verborgen waren. Darum würden ihnen die Gemeinsamkeiten und Unterschiede klar sein.

"Du spürst gar nichts.", erklärte er darum schlicht. "Du kannst direkt davor stehen und wirst nichts davon fühlen, sehen oder hören. Was du auch tust, du wirst den Ort nicht finden können, wenn du nicht aus freiem Willen eingeladen wurdest. Dann aber übertrittst du die Grenze und weißt nicht einmal, dass es eine gegeben hat. Aber du wirst nicht mehr sehen können woher du kamst. Wenn Dir das Geheimnis des Rückweges nicht gegeben wurde, dann siehst du nur alle Büsche, Bäume und den Park in vielfacher Reflektion. Wenn es dir nicht gesagt wurde, dann wirst du zwischen Wirklichkeit und Spiegel herumirren, bis deine Kraft erlischt. Eine Legende sagst Du? Hast du von dem alten Fidelius-Zauber gehört? Er ist selten und nur die Weisesten beherrschen ihn. Doch wird er noch benutzt und ist einigermaßen bekannt. Ihr könntet von ihm gehört haben."
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