Ferien-"Spiele" in Rumänien - Sommerferien 10/11. Klasse

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Re: Ferien-"Spiele" in Rumänien - Sommerferien 10/11. Klasse

Beitrag  Agatha Schweif am Mo Feb 10, 2014 11:01 pm

Dimitri grinste und schien sich sichtlich wohl zu fühlen. „Cool, Mann, echt cool.“ Er machte Anstalten sich zu verkrümeln, als er dann doch noch stehen blieb.

„Ich gebe euch dann nachher noch eine Führung durch das Reservat. Jedenfalls durch den öffentlichen Teil. Aber pack erstmal aus oder so.“ Er hob eine Hand, als wolle er gleich gehen und grinste noch einmal. Kurz schien er zu überlegen, schüttelte kurz den Kopf und nickte Matt noch einmal zu. „Eine Stunde oder so. Bleib cool!“

Und weg war er.

Kichern drang aus Agathas Zimmer; die Mädchen hatten wohl noch zutun.
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Re: Ferien-"Spiele" in Rumänien - Sommerferien 10/11. Klasse

Beitrag  Mattias Lonsky am Mo Feb 10, 2014 11:15 pm

// „Cool, Mann, echt cool.“//

Matt hob eine Augenbraue. Was sollte denn daran „cool“ sein? Der Typ wurde ihm irgendwie immer unsympatischer. Dennoch lächelte er brav, als dieser meinte, er werde ihnen eine Führung geben. Erst, als Dimitri gegangen war, stand er auf, schloss die Türe und ließ sich seufzend auf das Bett plumpsen.

Na toll, jetzt kommt der auch noch mit ins Reservat... Nicht mal diese Freude bleibt mir noch, dachte er niedergeschlagen und starrte zur Decke. Von wegen beste Ferien. Es würde die Hölle werden. Er würde mit ansehen müssen, wie sich Dimitri an Agatha ranmachte oder umgekehrt. Er fragte sich gerade ernsthaft, ob er das überhaupt überleben würde – allein der Gedanke daran, dass Agatha einen anderen Mann als ihn an ihrer Seite hatte, quälte ihn so sehr, dass es ihm die Luft abschnürte. Warum nur konnte er sich nicht freuen für sie? Er würde sowieso nicht mehr allzu lange bei ihr sein, da war es nur gut, wenn sie jemand anderen hatte. Jemanden, der bei ihr bleiben konnte, jemand der sie so liebte wie er ...

Niemand wird sie je so lieben wie ich, hörte er eine trotzige Stimme in seinem Hinterkopf rufen. Er seufzte, schloss die Augen und begann mit der Übung, die Tobias ihnen gezeigt hatte. Auf den Atem achten. Die Gefühle und Gedanken kommen und gehen lassen, in jedem Atemzug. Er erlaubte den bitteren Gedanken und quälenden Gefühlen, in ihm aufzukommen, doch er verfolgte sie nicht und ließ sie verpuffen. Er erinnerte sich an Tobias, wie er seine Liebe aufgegeben hatte. Er hatte nicht egoistisch gehandelt. Ihm war das Wohl von Sarah wichtiger gewesen als das seine. Ich werde sein wie er, beschloss Matt. Selbst wenn ich wie er den Rest meines Lebens als Schnee verbringen muss.
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Re: Ferien-"Spiele" in Rumänien - Sommerferien 10/11. Klasse

Beitrag  Agatha Schweif am Di Feb 11, 2014 12:14 am

Erst nach einer Weile konnte sich Agatha von Ileana loseisen. Ihr schlechtes Gewissen nagte an ihr, sodass ihr übel war. Er musste völlig überfordert sein mit der Situation, wie konnte sie ihm nur so etwas antun? Dimitri hatte sich gar nicht verändert! Er war noch immer der interessierte, aufgeschlossene Junge von damals. Nur älter…

Ileana sagte, Dimitri wollte Matt und sie ins Reservat einladen und lud sich selbst mit ein. Gut, dachte Agatha, zu viert würde sich Matt wohl nicht so einsam fühlen. Natürlich musste sie Ileana alles über Matt erzählen, obwohl es doch eigentlich gar nichts zu erzählen gab. Sie kicherten viel und Agatha fühlte sich unwohl. Sie wollte nicht über Matt reden, doch für Ileana gab es gar kein anderes Thema. Vor allem weil Agatha betonte, sie seien wirklich nur Schulfreunde.

Schließlich schaffte sie es, Ileana los zu werden, indem sie ihren Bruder suchen sollte, um die Tour ins Reservat anzugehen. Erleichtert schloss Agatha die Zimmertür hinter sich, lehnte sich an und seufzte schwer. Sie hatte vergessen, wie anstrengend Ileana werden konnte.

Langsam legte sie eine Hand an die Tür, als könne sie Matt durch die zwei geschlossenen Türen erreichen. Sie schämte sich so! Wie konnte sie nur? Was hatte sie sich dabei gedacht? Ihre Wangen waren rot und sie glaubte, den Boden unter den Füßen zu verlieren. Warum? Warum wollte sie Matt dabei haben? Langsam rutschte sie ab und vergrub ihr erhitztes Gesicht in ihren Händen.

Warum wollte sie nur jeden Moment mit ihm verbringen? Ihn sogar mit hierher nehmen, weil sie Angst hatte? Und Ileana hatte Recht; er hatte an der Situation nie etwas geändert – er war seit Jahren ihr Schulfreund. Ihr bester Freund.

Agatha wischte eine Träne weg. Ja, er war ihr bester Freund. Und gerade weil er nie etwas versucht hatte, war ihre Freundschaft etwas Besonderes. Egal, was Ileana sagte; oder was Dimitri dachte. Matt war bei ihr; und das war die Hauptsache.

Agatha stand auf, atmete tief durch und öffnete ihre Tür. Sie trat auf den Korridor und klopfte zaghaft an Matts Tür.
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Re: Ferien-"Spiele" in Rumänien - Sommerferien 10/11. Klasse

Beitrag  Mattias Lonsky am Di Feb 11, 2014 12:31 am

Eine wohltuende Kühle hatte sich über Matts Gemüt gelegt. Wenn er es schaffen würde, diese Kälte in sich aufrecht zu erhalten, dann würde er die Zeit hier gut überstehen. Er würde überleben. Er verstand Tobias immer mehr. Es war nicht angenehm, doch es schmerzte immerhin weniger. Lieber das als die glühenden Dolche im Herzen.

Es klopfte und Matt schlug die Augen auf. Er setzte sich auf dem Bett auf. „Ja?“
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Re: Ferien-"Spiele" in Rumänien - Sommerferien 10/11. Klasse

Beitrag  Agatha Schweif am Di Feb 11, 2014 12:36 am

>>„Ja?“<<

Zögernd öffnete Agatha die Tür und sah Matt, wie er auf dem Bett saß und etwas erwartungsvoll zu ihr herüber sah. Sie musste lächeln und hoffte inständig, es sähe echt aus. Hoffte inständig, er würde ihre Gedanken von vor einer Minute nicht lesen können.

„Hey.“ Sie trat unschlüssig ein und musste den Drang unterdrücken, sich auf die Unterlippe zu beißen. Ihr Mut verließ sie…

„Ileana will uns auf der Tour durchs Reservat begleiten. Wenn du nichts dagegen hast?“ Und sie wappnete sich für eine ganze Liste an Dingen, gegen die er ganz sicher etwas hatte. Und sie konnte es ihm vollkommen nachempfinden.
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Re: Ferien-"Spiele" in Rumänien - Sommerferien 10/11. Klasse

Beitrag  Mattias Lonsky am Di Feb 11, 2014 12:44 am

Agatha. Matt spürte, wie das Eis um sein Herz schon zu bröckeln begann. Wie um alles in der Welt hatte Tobias das nur fertig gebracht? Wie hatte er das ausgehalten? Er sammelte sich und erwiderte ihr Lächeln, doch es wirkte irgendwie traurig. Ein Schulfreund.

„Hey“, erwiderte er sanft. „Nö kein Problem. Je mehr, desto lustiger.“ Er grinste, obwohl ihm gar nicht danach war. Im Gegenteil: Ihm war speiübel. Er hatte Agatha angelogen und das gefiel ihm nicht. Er sah Agatha an und stellte sich vor, wie Dimitri sie umarmte, sie an sich drückte, seine Lippen auf die ihren drückte ... Matt würde das nicht überleben. Vielleicht könnte er Tobias bitten, seine Erinnerungen an Agatha zu löschen? Er atmete tief ein und sammelte die Kälte um sich und lächelte; dieses Mal gelang es ihm besser, die Fröhlichkeit zu fälschen. „Wann geht’s los?“
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Re: Ferien-"Spiele" in Rumänien - Sommerferien 10/11. Klasse

Beitrag  Agatha Schweif am Di Feb 11, 2014 12:49 am

Agatha lächelte. Matt sah bekümmert aus, aber irgendwie hoffte sie, es lag an der Reise….und nicht an Dimitri…

Sie schluckte. „Also, wenn du willst, können wir beide schon mal los und ich zeige dir ein bisschen die Station. Jedenfalls den öffentlichen Teil. Ein bisschen kenne ich mich ja noch aus.“ Sie zuckte mit den Schultern. Wollte er das überhaupt? Oder wollte er lieber zurück nach Hause?

„Natürlich nur, wenn du dich nicht vielleicht doch ausruhen magst? Der Abend wird lang…“
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Re: Ferien-"Spiele" in Rumänien - Sommerferien 10/11. Klasse

Beitrag  Mattias Lonsky am Di Feb 11, 2014 12:56 am

Hätte sie ihn gefragt und er hätte ehrlich antworten müssen, dann hätte er gesagt, dass er lieber wieder nach Hause gegangen wäre. Und hätte er das eine Stunde vorher gewusst, dass das der Fall sein könnte, hätte er es nicht geglaubt. Er mochte sein zu Hause nicht, hasste Anselms Schatten über allem, was er tat ... doch hier mit anzusehen, wie Agatha und Dimitri ...

Und dann kam Matt bei Agathas Worten noch etwas anderes in den Sinn. Ein langer Abend, die Party! Es würde Alkohol geben, die Hemmungen würden fallen ... ob er sich eine Lüge zurechtlegen sollte, nicht zu kommen? Doch es wäre eigentlich auch eine gute Okklumentikübung.

„Nö, lass uns lostigern“, meinte er gelassen und erhob sich. Er vermied es, sie anzusehen, das machte es leichter. Im Übrigen hatte sie ihn auch nur als Schulfreund vorgestellt, also würde er sich ab nun auch so verhalten.
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Re: Ferien-"Spiele" in Rumänien - Sommerferien 10/11. Klasse

Beitrag  Agatha Schweif am Di Feb 11, 2014 1:30 am

Sie gingen los und Agatha spürte, dass etwas nicht stimmte. Matt war verstimmt? Kein Wunder, dachte sie und hätte sich am Liebsten selbst geohrfeigt. Sie hatte ihn ja auch in eine unmögliche Situation gebracht! Wie unverantwortlich!

Sie setzte ein Lächeln auf, von dem sie hoffte, er würde es als echt einstufen und führte Matt durch das Haus. Sie zeigte ihm die Korridore, in denen die Forscher ihre Wohnungen hatten (ja, auch für ganze Wohnungen war in dem Haus genug Platz; irgendwoher hatte Frau Schweif ja die Idee für die Ausdehnung des eigenen Hauses im Odenwald) und wo Agatha einst mit ihrer Mutter wohnte. Sie besuchten die kleine Schule und trafen ein paar einheimische Forscher, die sich an Agatha erinnerten und sie herzlich begrüßten. Matt wurde stets freundlich behandelt, doch hinter ihrem Rücken fühlte sie fragende Blicke.

Obwohl sich Agatha Mühe gab, erreichten sie keine ausgelassene Stimmung mehr; die Harmonie, die sie Zuhause noch spürte, war wie weggefegt. Matt schien sie nicht mehr anzusehen, war nur noch anwesend und sein Lachen entzog sich ihr. Sie hätte losheulen können! Aber andererseits war sie selbst schuld; sie hatte ihn in diese Situation gebracht. Beinahe hätte sie ihn ehrlich darum gebeten, wieder Heim zu reisen, als sie überrascht wurden.

Dimitri und Ileana kamen über den Hof auf sie zumarschiert, beide in ausgefallener Bestlaune. Sofort erkannte Agatha, dass die beiden miteinander geredet hatten! Und jeder verfolgte ein Ziel. Der Drang, sofort abzureisen, wurde größer. Es war ein Fehler! Ganz sicher!

„So, ihr Hübschen!“ Dimitri klatschte einmal in die Hände und ging sich dann durch die dunkelblonden Haare, um sie noch ein bisschen mehr zu verwuscheln. „Dann wollen wir mal anfangen“. Theatralisch hob er einen Schlüssel hoch. „Damit wird die Tour zu einem richtigen Spaß!“

Ileana kicherte und lief neben Matt her, wohingegen Dimitri sich neben Agatha gesellte. Agatha unterdrückte den Drang, Matts Hand zu ergreifen. Aber sie hätte sich ja auch denken können, dass Dimitri so aufdringlich ist. Früher war er doch nicht so, oder?

„Es ist gleich Mittagszeit. Also schleichen wir uns durch die Aufzuchtstation rein.“ Dimitri machte eine verschwörerische Geste und grinste.

„Dimi.“ Agatha senkte die Stimme. „Wir können eine Menge Ärger bekommen, wenn wir erwischt werden.“

„Nein, ich hab alles unter Kontrolle!“ Er legte Agatha theatralisch einen Arm um die Schulter und sie piekte ihm schmerzhaft – sehr schmerzhaft – in die Seite, sodass er den Arm wegzog. „Oh.“ Er blickte sie herausfordernd an. „Das hab ich vergessen.“

Ileana lachte. „Ja, Gatha kann sich wehren! Nicht so, wie andere Mädchen.“ Und wie zufällig berührte sie Matt an der Hand im Gehen.
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Re: Ferien-"Spiele" in Rumänien - Sommerferien 10/11. Klasse

Beitrag  Mattias Lonsky am Di Feb 11, 2014 1:45 am

Matt schaffte es tatsächlich, die Gefühle die meiste Zeit verdrängt zu halten. Doch irgendwie konnte er dadurch nicht wirklich genießen, was Agatha ihm zeigte. Eigentlich wusste Matt, dass ihn das alles interessieren würde: Ihr früheres Leben, wo sie gewohnt hatte, wo sie zur Schule gegangen war, wer ihre Freunde waren. Doch er wollte lieber das Eis nicht zum schmelzen bringen.

Dafür hielt er es dieses Mal besser aus, als Dimitri wieder kam. Er lief natürlich neben Agatha. Matt versuchte, weder ihn noch sie anzuschauen und stattdessen schaute er sich scheinbar interessiert um, während sie losgingen. Irgendwie bezweifelte er, dass er das Reservat wirklich würde genießen können. Hoffentlich würde er wenigstens genug Freude vortäuschen können, damit niemand misstrauisch wurde.

Er sah erst zu den beiden rüber, als Dimitri ein „Oh“ entfuhr. Er sah gerade noch, wie er seinen Arm weg nahm und er brauchte sämtliche Willenskraft, um sein Gesicht weiterhin neutral zu halten – aber es gelang ihm. Dann berührte ihn kurz die Hand von Illeana. Er tat, als hätte er nichts bemerkt, steckte die beiden Hände jedoch tief in seine Hosentasche. Er schweig weiterhin, setzte jedoch ein Schmunzeln auf, als hätten ihn Ileanas Worte amüsiert.
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Re: Ferien-"Spiele" in Rumänien - Sommerferien 10/11. Klasse

Beitrag  Agatha Schweif am Di Feb 11, 2014 2:15 am

Gemeinsam gingen sie über den Hof, betraten eine Seitentür und wurden von ein paar Forschern begrüßt, die lose Eierschalen untersuchten. Sie zeigten dem interessierten Publikum Farbe, Dicke und Krümmung, die Bestimmungsrelevant waren.

Dimitri machte es geschickt, als er nach den Mittagspausenzeiten fragte, ohne großes Interesse zu erreichen. Als sie aus der Abteilung komplimentiert wurden, betraten sie eine Andere, die sich mit der Zusammensetzung von Drachenfeuer – beziehungsweise den chemischen Grundelementen – auseinander setzte. Dort fragte Dimitri ebenfalls unauffällig nach dem Mittagessen und behauptete, sie würden in die Eier-Abteilung gehen, solange hier niemand anwesend sei.

Ausgetrickst! Und mittels des Schlüssels waren sie schnell durch zwei weitere Abteilungen durch und betraten die Schleuse zum Außengehege! Das Außengehege bestand eigentlich aus mehreren Gehegen, die von einander getrennt waren und jeweils einen einzelnen Drachen beherbergte. Diese einzelnen Drachen waren zu Forschungszwecken oder aufgrund eine medizinischen Behandlung hier; das erzählte Ileana.

Agatha bekam den Mund kaum zu, als sie den ersten Drachen sah.

„Wir haben hier vor allem Rumänische Langhörner, wegen dem internationalen Zuchtprogramm.“ Ileana schien in ihrem Element, als sie die kleine Gruppe vor einen großen Zaun führte, hinter dem nicht viel zu sehen war. In einer Ecke bewegten sich ein paar Farne und ein Baum schien periodisch zu vibrieren. „Dieses Männchen hat sich ein Bein gebrochen. Er sitzt dort hinten und schmollt.“ Sie lachte und deutete auf die spitze eines goldenen Horns, das in der Sonne funkelte.

Sie liefen weiter und gelangten an ein weiteres Gehege. „Hier ist ein Weibchen drin. Auch Rumänisches Langhorn. Aber ihr wurde das Horn gestutzt; wir haben sie halb tot im Reservat gefunden. Wilderer.“ Sie zog bedauernd die Stirn kraus und verharrte einen Moment. Dann lief sie weiter.
„Armes Tier.“ Dimitri lehnte sich wie zufällig neben Agatha an den Zaun, doch sie beachtete ihn nicht.

„Dort drüben ist ein Walisischer Grünling. Ein total bescheuertes Vieh! Die Grünlinge sind normal eher problemlos, aber dieses aggressive Vieh ist durchgeknallt. Wie er herkam, weiß ich selbst nicht, nur, dass wir ihn nicht auswildern können. Ein Hoffnungsloser Fall.“ Schulterzuckend führte Ileana die Gruppe weiter, ehe Dimitri sich Agatha noch einmal nähern konnte.

„Und hier mein persönlicher Liebling.“ Ileana grinste über alle Wangen und deutete aufgeregt in das nächste Gehege. „Das hier ist ein japanischer Tatsu, die kleinere Unterart des chinesischen Long.“ Agatha sah einen roten, schuppigen Körper der elegant auf dem Boden lag und sich sanft hob und senkte. Es war ein langgestreckter Körper, eher Schlangenhaft und mit etwas Gold durchzogen. Langsam und gemächlich hob der Drache seinen massigen Kopf, sodass sie die goldene Mähne und den schwarzen typischen Bart erkennen konnten.

Agatha blieb der Atem weg.

„Es ist ein altes Männchen und er stand eines Tages auf dem Hof. Die Aufregung könnt ihr euch ja vorstellen. Aber nach ein paar Eulen war klar, dass dieser hier ein freilebendes Exemplar ist und nicht aus Privathaltung stammt oder so etwas.“ Ileana trat an das Gehege und lehnte sich daran, als könne sie den Drachen dadurch anfassen. „Es ist nicht unüblich, dass alte Tatsu aus ihrem Revier vertrieben werden und so weite Strecken reisen, um sich zum Sterben nieder zu legen. Und dieser hier hat anstatt den Tod uns gefunden.“ Sie lächelte, als sei es ihr eigener Verdienst. „Er wird seinen Lebensabend hier verbringen und scheint damit auch sehr zufrieden zu sein. Jedenfalls ist er sehr friedfertig.“

Der große Drache schien ihnen zuzunicken und jede Bewegung zu beobachten. Doch er blieb ganz ruhig.
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Re: Ferien-"Spiele" in Rumänien - Sommerferien 10/11. Klasse

Beitrag  Mattias Lonsky am Di Feb 11, 2014 2:37 am

Es war nicht so schlimm, wie Matt geglaubt hatte. Sein Interesse für Drachen lenkte ihn ab und er saugte jede Information auf, die er bekommen konnte. Er las die Schilder durch, die bei jeder Drachenart standen, zückte seine magische Fotokamera und machte vor jedem Gehege um die zwei Dutzend Fotos und eilte dann den anderen hinterher, die meistens nicht die Geduld hatten, auf ihn zu warten.

Bei dem Tatsu angelangt trat er wie gebannt näher an das Gehege heran. Dieses Tier sah einfach wahnsinnig edel aus. Königlich. Und dazu noch ein rotes Exemplar! So etwas musste äußerst selten sein, bisher hatte er auf Bilden nur Tatsu mit grün-bläulichen Schuppen gesehen. Aber er hatte schon gehört, dass es auch welche mit roter Färbung geben sollte.

Ehrfurchtvoll trat er näher und als es den Anschein hatte, als würde der Drache ihnen zunicken, senkte auch er respektvoll den Kopf. Jäh kam ihm die Geschichte, die er Luca erzählt hatte, wieder in den Sinn. Er hätte nicht damit gerechnet, wirklich einen Tatsu zu sehen hier, doch nun, da es so war, würde er sein Versprechen vielleicht sogar wahr werden lassen können! Wobei es zu bezweifeln war, dass der Tatsu ihm freiwillig eine seiner Drachenperlen geben würde. Vielleicht gab es aber eine zu kaufen? Matt bezweifelte jedoch, dass er genug Gold besaß, um sich eine leisten zu können. Die Dinger waren ein halbes Vermögen wert.

„Tae ni*“, hauchte er leise. Ein paar Worte hatte Haru ihm beigebracht. Vielleicht würde er sich mit dem Tatsu unterhalten können, ein andermal (wenn Dimitri dabei war wollte er das sowieso nicht). Er hatte gehört, dass die Tatsu die Sprache der Menschen beherrschten und sehr intelligent waren. Ob das wirklich stimmte?


*=Wunderschön, wunderbar
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Re: Ferien-"Spiele" in Rumänien - Sommerferien 10/11. Klasse

Beitrag  Agatha Schweif am Di Feb 11, 2014 2:43 pm

Matt schien glücklich, das war alles, was Agatha wissen wollte. Dimitri ging ihr langsam auf die Nerven, obwohl er sich wirklich nett und zuvorkommend verhielt. Sein Verhalten wurde allerdings immer schlimmer, ständig versuchte er ihr nahe zu kommen, wie zufällig ihre Hand zu berühren und lächelte sie dabei stets an. Es war Nervenaufreibend! Auch weil ihre Knie sich ständig wabbelig anfühlten. Noch nie hatte sich ein Junge so um sie bemüht; sie fühlte sich sehr geschmeichelt.

Als sie beim Tatsu angelangten, schien Matt begeistert. Agatha lächelte; so hatte sie ihn noch nie gesehen. Er murmelte dem Drachen etwas zu, was Agatha nicht verstand, aber Dimitri neben ihr verzog leicht das Gesicht. Er musste es mitbekommen haben.

„Wollt ihr mal was Cooles sehen?“ Dimitri setzte eine gute-Laune-Mine auf und grinste theatralisch. Er ging zu einer kleinen Luke, zauberte sie mit seinem Zauberstab auf und scheucht ein Schaf heraus. Ein ganzes blökendes Schaf! Agatha zog die Augenbrauen fragend hoch.

„Mittagessen!“ Dimitri grinste und scheuchte das Schaf zum Gehege Eingang. Der Tatsu hob anmutig seinen Kopf und beäugte das Schauspiel.

„Dimi!“ Agatha schüttelte den Kopf? „Willst du dem Tatsu einfach so ein lebendiges Schaf geben?“

„Dimi!“ Auch Ileana schien wenig begeistert. „Spinnst du? Du kannst dich ihm gegenüber doch nicht so arrogant verhalten!“

„Ach, was du schon wieder redest, Schwesterlein!“ Dimitri grinste und schob das Schaf weiter, das sich irgendwie gar nicht seiner Situation bewusst war. „Es ist ein normaler Drache; hör auf mit den Schauergeschichten, die glaubt dir doch eh keiner.“

Entrüstet prustete Ileana auf, doch da zückte Dimitri bereits einen Zauberstab, richtete ihn auf eine Metallvorrichtung, die in einiger Entfernung stand und wohl die Gehege Türen kontrollierte. „Ihr müsst das gesehen haben, wie Drachen fressen! Es ist total irre!“ Etwas quietschte und nichts geschah. Dimitri blickte verwundert drein und schwang seinen Zauberstab noch einmal. Ein Zauberbann, das um das Gehege des Tatsu lag, wurde aufgehoben und eine kleine Futterklappe – etwa zwei mal zwei Meter – öffnete sich. Dimitri grinste. Der Tatsu beobachtete.

„Dimi!“ Agatha zuckte kurz zusammen. „Der Zauberbann ist weg!“ Sie wusste, die Banne waren der wahre Grund, warum die Drachen in ihren Gehegen blieben. Einfaches Metall konnte nicht einmal die kleinesten unter den wilden Drachen halten!

„Keine Sorge!“ Er zwinkerte ihr zu und schien sich als Held der ganzen Aktion zu betrachten. „Er ist fast zahm. Und sicher hat er Hunger.“

Mit einem mulmigen Gefühl beobachteten sie, wie Dimitri das Schaf in die offene Futterklappe buchsierte. Und wie der Tatsu sich noch immer nicht bewegte. Agatha hielt den Atem an! Es war falsch! Falsch! Tatsu möchten respektvoll behandelt werden! Was ist denn das für eine Fütterung? Es war falsch!

Das Schaf blökte – waren sie verzaubert, dass sie den Fressfeind nicht erkannten? – und ließ sich nur umständlich in das Drachengehege schubsen. Dimitri musste selbst hineingehen und ohne es richtig zu merken, stand er bereits im Gehege!

„Dimi“ Agatha flüsterte fast nur. Das war nicht gut, überhaupt nicht gut.

Dimitri stellte sich auf und sah den Tatsu an; der Tatsu blickte zurück, ruhig, anmutig, edel. „Na, Alter, wie geht’s?“ Dimitri schien seine Überheblichkeit wieder gefunden zu haben und grinste den Drachen an.

Ileana stand nervös mit gezücktem Zauberstab am Eingang und beobachtete die Situation. Ohne ihren Bruder aus den Augen zu lassen, flüsterte sie Matt und Agatha zu. „Obrigesco, damit ein Drachenangriff viel langsamer vonstattengeht. Pluteus, um eine kleine Schutzwand aufzubauen, den Drachen nicht durchdringen können. Nur für alle Fälle.“ Sie wechselte einen Blick mit Agatha und sie verstand. Schnell zückte sie ihren Zauberstab. Ruhiger und friedlicher Tatsu hin oder her – Dimitri schwebte gerade in Lebensgefahr!

„Dimi, bitte komm zurück.“ Das Schaf knabberte an einem Grashalm, doch Dimitri schien sich von Agathas Worten nicht beeindrucken zu lassen. Plötzlich machte er ein erstauntes Gesicht.

„Sieh mal, da liegt eine Schuppe!“ er drehte sich zu den drei Jugendlichen um und grinste. „Gatha, die hol ich dir!“

„Nein!“ Noch ehe sie es verhindern konnte, lief Dimitri tiefer ins Drachengehege; näherte sich dem Tatsu, die Augen fast starr auf die rotschimmernde Drachenschuppe gerichtet. Agatha fühlte sich elend und gleichzeitig elektrifiziert! Wie konnte er nur so etwas Idiotisches tun? Gleichzeitig fühlte sie es: er tat es wegen ihr! Nie fühlte sie sich so beschämt!

„Idiot!“ fauchte sie und stiefelte in das Gehege hinein.

Und plötzlich schlug die Turmuhr zwölf Uhr, das Schaf blökte erschrocken auf und der Walisische Grünling bemerkte, dass sein Schutzbann in Richtung des Tatsu-Geheges aufgebrochen war!
Das Chaos brach los!


Zuletzt von Agatha Schweif am Di Feb 11, 2014 7:34 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Re: Ferien-"Spiele" in Rumänien - Sommerferien 10/11. Klasse

Beitrag  Mattias Lonsky am Di Feb 11, 2014 3:17 pm

Eigentlich hätte Matt schon viel , viel früher reagiert, aber irgendwas hielt ihn ab davon. Wollte er etwa, dass sich Dimitri in Gefahr begab? Dimitri war schon ein unglaublicher Idiot. Selbst er, in all seiner Schwärmerei für Frauen, hätte nie so einen fatalen Fehler begangen. Langsam bezweifelte er, dass dieser Dimitri der richtige Mann war für Agatha.

„Geht und holt Hilfe“, rief er den Mädchen zu, als er die Sprache endlich fand. Alleine würden sie nie mit ausgewachsenen Drachen klar kommen. Er wollte Dimitri schon zu Hilfe eilen und war schon halb in dem Gehege drin, als er den Walisische Grünling bemerkte, der wohl von dem Schaf angelockt wurde. Er zückte den Zauberstab auf das Schaf. „Locomotor!“, rief er und ließ das Schaf rasch hinüber schweben. Er wusste, dass Walisische Grünlinge Menschen gegenüber meist friedfertig waren, doch wenn er einem Tatsu zu nahe kommen würde, wusste er nicht, was passieren konnte.

Dann rannte er los, zu Dimitri und tackelte ihn mit sich zu Boden. Mit einer Hand hielt er noch seinen Zauberstab (der verdächtig in Dimitris Richtung zeigte) und mit der anderen hielt er Dimitris Kopf mit sanfter Gewalt nach unten. Auch er behielt seinen Kopf gesenkt, die Stirn berührte den steinigen Boden.

„Wenn dir dein Leben lieb ist, dann beweg dich nicht vom Fleck!“, zischte er Dimitrit zu, war jedoch bereit, jederzeit einen Petrificus Totalus auf den Idioten abzufeuern, wenn es denn sein musste. Eigentlich war er schon blöd genug, dass er sein Leben für den Mistkerl riskierte! Wäre Dimitri tot hätte er wenigstens seine scheiß Flirterei nicht mehr mitansehen müssen. Wenn sie das hier überlebten würde er ihm mal gehörig die Fresse polieren. Agatha hatte etwas besseres verdient. Aber zuerst einmal mussten sie das hier überleben. Einen Tatsu ohne Respekt zu behandeln war ... ja war eigentlich so unglaublich dämlich, dass es kaum je ein Mensch gewagt hatte - und die, die es getan hatten, konnten nicht mehr davon berichten. Allein diese mächtige Aura, die ihn umgab, flöste den meisten Menschen genug Respekt ein.

„Gomen nasai*“, rief er laut, ohne den Kopf zu heben. „O ainiku sama!*”

*Es tut mir leid, Entschuldigen Sie vielmals, ehrenwerte/r Herr/Frau



(Ooc: Zum Glück weiß Matt nicht, dass sich Agatha von solch einem idiotischen Verhalten geschmeichelt fühlt. Sein Interesse ihr gegenüber würde rapide sinken. Wink)
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Re: Ferien-"Spiele" in Rumänien - Sommerferien 10/11. Klasse

Beitrag  Agatha Schweif am Di Feb 11, 2014 8:00 pm

Alles ging schnell und plötzlich rannte Matt an Agatha vorbei und stürzte sich auf Dimitri. Sie wirbelte um sich herum und gab Matts Vorschlag weiter.

„Ileana, hol Hilfe!“ brüllte sie, doch sie dachte gar nicht daran, Matt allein zu lassen. Ohne darüber nachzudenken, rannte sie den Jungs nach, kauerte sich hinter sie und sprach den kleinen Schutzzauber über alle drei, den Ileana ihr gerade zugeraunt hatte. Sie hoffte inständig, der Tatsu könnte den Zauber wirklich nicht durchbrechen.

Matt sagte etwas, das sie nicht verstand; sprach er etwa wirklich japanisch? Dann hörte sie ein Bersten und Brechen und blickte zur Seite. Der Walisische Grünling hatte kein Interesse an dem Schaf; er begann an dem Metall zu reißen, das zwischen den beiden Gehegen gespannt war.

„Matt!“ Agatha brüllte fast, um den berstenden Geräusche zu übertönen. „Wir müssen hier raus!“ Sie blickte Matt panisch an, der immer noch Dmitri auf den Boden drückte und da bemerkte sie es erst. Der Tatsu war weg. Erstaunt sah sie sich um. Da raschelte es in einer Ecke des Geheges! Der mächtige japanische Drache war geflohen!

„Matt…?“ Agatha unterdrückte die Angst und erhob sich schnell. Die Gründe waren völlig egal, sie mussten die Zeit nutzen! Sie packte Dimitri am Oberarm und zog daran. „Los! Raus hier!“ Sie rappelten sich auf und rannten los! Agatha blickte zum Grünling, sah, was für ein großes Loch er bereits in den Zaun gerissen hatte und wusste, sie würden es nicht schaffen. Er würde ihnen den Weg abschneiden! Er würde….

Agatha zögerte. Er hatte gar kein Interesse an den Jugendlichen… Kurz vor der Klappe blieb sie stehen, obwohl ihr Herz raste. Der Grünling wollte zum Tatsu! Zu dem alten Tatsu, der vor einem Rivalen aus seinem Revier vertrieben wurde und schwach auf seinen Tod wartete? Sah sein Tod also aus wie ein Walisischer Grünling?

Sie wusste nicht warum, es war völlig albern, aber Agatha hob ihren Zauberstab. „ Obrigesco! Pluteus! Reparo!

Da sah sie der Grünling erbost an und peitschte mit dem Schwanz.

Dimitri stolperte in den Korridor, mit pochendem Herzen und Todesangst. Er lehnte sich keuchend an die Korridorwand der gegenüberliegenden Seite und zückte seinen Zauberstab. Ohne darüber nachzudenken, ohne sich umzublicken, schloss er die Türen der Gehege an der metallenen Steuerung von vorhin; die Futtertür, vor der Agatha stand, schwang kraftvoll zu.

(OOC: kannst dir aussuchen, ob Matt drinnen oder draußen ist^^)
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Re: Ferien-"Spiele" in Rumänien - Sommerferien 10/11. Klasse

Beitrag  Mattias Lonsky am Mi Feb 12, 2014 12:54 am

Matt blickte auf und der Tatsu flüchtete vor dem Grünling, der wohl mehr Interesse daran hatte, den Rivalen zu beseitigen als eine Mahlzeit einzunehmen. Agatha war da, riss Dimitri auf die Beine und auch er sprang auf. Doch Matt dachte nicht daran, zu flüchten. Gegen einen Grünling hätte er nie eine Chance, doch er konnte den Tatsu auch nicht seinem Schicksal überlassen. Agatha sprach Zaubersprüche, doch den Drachen schien das kaum zu kratzen – kein Wunder. Es brauchte eine ganze Meute an ausgewachsenen Zauberern, um einen Drachen zu bändigen.

Trotzdem zückte Matt seinen Zauberstab und rannte in Richtung Tatsu, um sich vor ihn zu stellen. Er dachte fieberhaft nach. Ein Offensivzauber würde nichts bringen, kein Zauber konnte die Drachenhaut durchbrechen. Vielleicht, wenn er die Augen treffen würde? Doch verletzen wollte er ihn eigentlich auch nicht. Also Ablenkung. Er hob den Zauberstab.

Avis!“, rief er. Aus der Spitze seines Zauberstabes flogen fünf Vögel. Er deutete mit dem Zauberstab in die Richtung des Grünlings. Die Vögel schossen auf den Drachen zu und flogen um seinen Kopf herum, immer nahe an seinen Augen vorbei. Matt nutzte den Moment und sah sich nach Agatha und Dimitri um. Agatha war noch im Gehege, Dimitri war draußen und hatte das Tor geschlossen. Seine Augen verengten sich zu Schlitzen. Dieser. Verdammte. Idiot. Ich lass nicht zu, dass er Agatha bekommt, und wenn ich ihn umbringen muss!, schoss es ihm trotz der drohenden Gefahr durch den Kopf.

„Agatha, verschwinde!“, brüllte Matt durch den Lärm – wobei er nicht wusste, ob sie überhaupt aus dem Gehege würde fliehen können. Er wusste nur, dass sie in Gefahrenzone war, wenn sie hier bei dem Tatsu blieb. So wie er es gerade tat. Lächerlich, als wenn er etwas gegen den Drachen würde ausrichten können. Gegen einen aufgebrachten, jungen, kräftigen Walisischen Grünling. Die Vögel würden ihn nicht lange ablenken, das wusste Matt. Er zielte kurz vor den rechten Fuß des Drachen und brüllte: „Deprimo!“ Ein Loch wurde in den Boden gesprengt und Matt hoffte, dass der Drache wenigstens ein bisschen zum Stolpern gebracht werden würde. Jede Sekunde zählte. Rettung war unterwegs ... hoffentlich.
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Re: Ferien-"Spiele" in Rumänien - Sommerferien 10/11. Klasse

Beitrag  Agatha Schweif am Mi Feb 12, 2014 12:59 pm

Die Futterluke schwang kraftvoll zu, der Grünling blickte sie hasserfüllt an, ihre Zauber schienen überhaupt nicht zu wirken und Matt brüllte von irgendwo her. Wo war er? Panisch blickte sie sich um, war er nicht gerade noch hinter ihr?

>>„Agatha, verschwinde!“<<

Sie unterdrückte ihre Angst mit aller Kraft, sprach schnell noch einen Schutzzauber und sucht Matt. Und sie fand ihn! Panik krallte sich in ihre Eingeweide, ihr Herz schien stehen zu bleiben, um gleich darauf zu rasen! Er war mitten im Gehege beim geflohenen Tatsu!

„Matt!“ Sie fühlte sich, als würde ihr Inneres gewürgt, als stürze sie einen Abhang hinunter ohne Wiederkehr. Sie sah Matt, der es mit dem Grünling aufnehmen wollte! Tränen schossen ihr in die Augen und die Angst schnürte ihr die Kehle zu; starr vor Panik starrte sie in seine Richtung! Matt! Ihm dufte nichts geschehen….

Sie kniff die Augen zu, riss sich zusammen und sammelte sich. Es hatte nur zwei Sekunden gedauert, und doch war es genau die Zeit, die der Grünling brauchte, das Loch im Zaun fast vollständig aufzubrechen und über das Loch im Boden zu klettern. Sie musste etwas tun! Matt!

Die Tür hinter ihr blieb verschlossen – wer hatte sie denn zugemacht? – das Schaf war in das Gehege des Grünlings geflohen. Mit dem Mut der Verzweiflung hob sie den Zauberstab und ließ sich die verbogenen Metallstäbe des Zaunes um den Grünling winden! Es war nicht effektiv, das wusste sie, aber so würden sie Zeit gewinnen. Dann versuchte sie einfach alles, was ihr so einfiel: kochendes Wasser in die Augen des Drachen, Dornenranken, die sich fest um die Füße wickelten, Felsbrocken, die auf ihn niedergingen! Und ohne ihre Bemühungen einzustellen, ohne überhaupt nachzudenken, lief sie zu Matt herüber. Und erst als sie bei ihm angekommen war, verging der Wunsch, vor Angst in Tränen auszubrechen. Als ob er ihr Ruhepol war… Als ob sie jedem Schicksal entgegenblicken könnte, solange er nur bei ihr war…

Der Grünling heulte auf und ließ sich kurz ablenken. Genug Zeit für Agatha, einen Drachenschutzzauber über sie und Matt zu legen. Der Bann war zwar größer, als vorhin, aber es würde trotzdem nicht für den Tatsu ausreichen. Jedenfalls nicht, wenn sie ihn allein heraufbeschwor.

(OOC: P.S. ein so edler und kluger Drache ist nicht nur allein von dem Mut beeindruckt, der für seine eigene Rettung gezeigt wird Wink
)


Zuletzt von Agatha Schweif am Mi Feb 12, 2014 2:17 pm bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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Re: Ferien-"Spiele" in Rumänien - Sommerferien 10/11. Klasse

Beitrag  Mattias Lonsky am Mi Feb 12, 2014 1:13 pm

(OOC: P.S. ein so edler und kluger Drache ist nicht nur allein von dem Mut beeindruckt, der für seine eigene Rettung gezeigt wird Wink )

-> Versteh ich nicht?
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Beitrag  Agatha Schweif am Mi Feb 12, 2014 2:17 pm

OOC: Der Drache wird sich auch ansehen, wie Matt und Agatha sich allgemein verhalten; er ist ja nicht doof. Er hat sich natürlich auch vorher schon alle Menschen angesehen, nur die beiden kannte er bisher nicht. Also wird er über alle Verhaltensweisen der beiden „richten“; auch wenn es primär nicht um ihn gehen würde. Bsp. Agatha wollte den Drachen ja nur im ersten Moment schützen, aber jetzt geht es ihr eigentlich nur um Matt
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Re: Ferien-"Spiele" in Rumänien - Sommerferien 10/11. Klasse

Beitrag  Mattias Lonsky am Mi Feb 12, 2014 2:22 pm

Ich verstehe trotzdem nicht, was du mir damit sagen willst... o.ö Hab ich was falsches geschrieben? Oder magst du, dass ich was bestimmtes schreibe?

Bzw. viel weiß ich bald auch nicht mehr zu schreiben, haha. Gegen nen Grünling können sie nicht ankommen, ich bezweifle, dass Drachenschutzzauber von Jugendlichen nen Drachen großartig beeindrucken werden. Very Happy Ich les mal noch die Zauberspruchliste im HP Wiki durch, vllt fällt mir dann noch was schlaues ein...
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Beitrag  Agatha Schweif am Mi Feb 12, 2014 2:25 pm

OOC: also geplant hab ich nix, ich weiss selbst nicht, wie es weitergehen könnte Very Happy
tolle Helden... Very Happy
lass mal auf heut Abend warten, wenn ich in skype bin ^^ evtl fällt uns was ein? oder du schreibst einfach was, wenn dir was einfällt ^^
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Re: Ferien-"Spiele" in Rumänien - Sommerferien 10/11. Klasse

Beitrag  Mattias Lonsky am Mi Feb 12, 2014 2:26 pm

Nee, ich mag jetzt was schreiben! Very Happy Im Rest von Rungholt staut es sich schon wieder bei mir *sfz*
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Re: Ferien-"Spiele" in Rumänien - Sommerferien 10/11. Klasse

Beitrag  Agatha Schweif am Mi Feb 12, 2014 2:31 pm

OC: gut, aber wir editieren die OOCs nacheinander... ^^ sonst bekommt Lenila noch einen Anfall Very Happy
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Re: Ferien-"Spiele" in Rumänien - Sommerferien 10/11. Klasse

Beitrag  Mattias Lonsky am Mi Feb 12, 2014 2:33 pm

Warum? Ist doch egal, hier ließt eh keiner außer uns. Wink
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Re: Ferien-"Spiele" in Rumänien - Sommerferien 10/11. Klasse

Beitrag  Mattias Lonsky am Mi Feb 12, 2014 2:48 pm

Matt betrachtete verzweifelt, wie der Drache sich stetig näherte. Agatha verwendete ein paar aggressive Zauber und am liebsten hätte Matt ihr zugeschrien, sie solle ihn nicht verletzen – doch eigentlich ging es hier um Leben und Tod. Jedoch schienen die Zauber den Drachen nicht wirklich von seinem Ziel abzuhalten, sondern machten ihn noch wütender.

Agatha nutzt die Ablenkung und ... kam zu ihm rüber!
Du Idiot, ich hab doch gesagt, du sollst verschwinden!, dachte er verzweifelt. Nun, da auch noch Agatha in Gefahr war, war seine Angst um ein Vielfaches größer. Sie sprach einen Drachenschutzzauber, doch Matt bezweifelte, dass ein solcher Zauber von einer einzelnen, noch nicht einmal volljährigen Person, den Drachen mehr als nur eine Sekunde abhalten würde. Es brauchte mindestens ein Dutzend ausgewachsener Zauberer, um einen wirksamen Drachenschutzzauber zu wirken. Andererseits würde wohl jede Sekunde zählen und ihm kam beim besten Willen kein besserer Zauberspruch in den Sinn, also versuchte er das gleiche. Doch der Schutzzauber war schwach und würde nicht reichen, um den Tatsu zu schützen. Verzweifelt drehte sich Matt zu dem alten Drachen um.

„Flieg weg!“, rief er panisch und wedelte mit der zauberstabfreien Hand in die Luft, um seine Worte zu verdeutlichen. „Flieh!“

Er wirbelte wieder herum und sah dem näherkommenden Unheil entgegen. Er sah, wie der Drache seinen Schlund aufriss und erbleichte. Er packte Agatha am Arm und zerrte sie hinter sich. Er sah ihr in die Augen und murmelte ihr etwas Unverständliches zu. Dann spie der Drache Feuer. Der Drachenschutzzauber hielt, flackerte und erlosch. Mit erhobenem Zauberstab sah Matt dem Drachen entgegen.


(Ooc: Vllt sollten auch mal die Erwachsenen eintreffen? Bei dem Krach sollten die eigentlich nicht lange brauchen, um zu reagieren, das wäre sonst sehr fahrlässig. Und die Kinder können eh nicht mehr ausrichten... und sterben lassen wollte ich Matt jetzt auch noch nicht ^^)
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